URKUNDE 812 (29. Juni 767 — Reg. 187) Schenkung von Rutpert und Tietrad in Oftersheim unter König Pippin und Abt Gundeland Im 15. Regierungsjahre unseres Herrn, des Königs Pippin, führen wir, Ruotpert und meine Gattin Tietrad, eine Übereignung durch. Sie sei ein Geschenk für den hochheiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wischoz (Weschnitz) gelegenen Kloster Lauresham (Lorsch) ruht, und ebenso auch für jene fromme Gemeinschaft von Mönchen, welche ebendort unter der Leitung ihres Abtes, des ehrwürdigen Herrn Gundeland, dem Gottesdienst obliegen. Wir wünschen, daß unsere Vergabung von ewiger Dauer sei. Sie erfolgt auf Eingebung Gottes, zu unserem Seelenheile und um der ewigen Wiedervergeltung willen, damit wir es verdienen, Nachlaß unserer Sünden zu erlangen. Wir bestätigen, daß unsere Gabe vollkommen freiwillig erfolgt. Wir schenken unser Eigentum in der in pago lobodunensi (im Ladengau), in Chiricheimmero marcha (in der Gemarkung Heidelberg-Kirchheim) gelegenen Ortschaft Offtreshem (Oftersheim stv. Heidelberg), und zwar einen Knecht mit Namen Wolf-win, eine Hofreite, in welcher jener wohnt, und das Zubehör (jener Hofreite): Äcker, Felder, Wälder, Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten, Weiden) Wege, bebaute und unbebaute Flächen, Wasserstellen und Wasserläufe. Wir übergeben und übertragen alles unter dem heutigen Tage aus unserem Besitzrecht in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. 'N(aza-ritts). In Gottes Namen möge er es auf ewig innehaben. Es folgt der ordnungsgemäße Vertragsabschluß. Geschehen im Kloster Lorsch am 29. Juni 767. Handzeichen von Ruotpert und seiner Gemahlin, welche diese Schenkung in die Wege geleitet haben und fertigen ließen. Gleichfalls das Handzeichen von Waccho. Samuel hat (diese Urkunde) geschrieben.
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