URKUNDE 801 (2. April 767 — Reg. 121) Schenkung des Warnher unter König Pippin und Abt Gundeland Im 15. RegierungSJ'ahre unseres Herrn, des Korigs Pippin, führe ich, Warnher, eine Schenkung durch. Sie erfolgt durch göttliche Eingebung, zu meinem Seelenheile und um der ewigen Wiedervergeltung willen. Möge ich dadurch für würdig befunden werden, Nachlaß meiner Sünden zu erlangen. Durch diese Schenkungsurkunde und Willenserklärung übergebe ich eine Spende an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Müsse Wischoz (Weschnitz) gelegenen Kloster La.w(esham == Lorsch) ruht, und ebenso auch an jene fromme Gemeinschaft der Mönche, welche ebendort unter der Leitung ihres Abtes, des ehrwürdigen und gottergebenen Herrn Gundeland, dem Gottesdienst obliegen. Ich bestimme, daß meine Zuwendung für immer gelten soll, und bestätige, daß sie vollkommen freiwillig erfolgt. Zur Obergabe gelangen meine Liegenschaften in pago lobodoriensi (im Ladengau), am Flusse Suar-zaha (Schwarzbach) in Diwelenheim (Dielheim ö. Wiesloch s. Heidelberg), und zwar alles, was ich besitze, nämlich Hofreiten, Felder, Wiesen, Wälder, stehende und fließende Gewässer, alles und in allen seinen Teilen, welche mir durch meinen Vater Nanther auf gesetzliche Weise zugefallen sind. Unter dem heutigen Tage übergebe und übertrage ich dies alles aus meinem Besitzrecht in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. N(azarius). Möge er alles auf ewig innehaben. Wenn aber künftig jemand, was ich allerdings durchaus nicht glaube, diese von mir gemachte Schenkung brechen oder verfälschen wollte, so entrichte er eine Buße an das Kloster und damit an dessen hochheiligen Kirchenschatz in der Höhe von einem Pfund Gold und zwei Rohpfund Silber, und seine Einwendungen sollen den Urteilsspruch in keiner Weise beeinflussen. Vorliegende Vergabung aber soll jederzeit beständig und unumstößlich bleiben. Es erfolgt hiermit die Fertigung des Vertragsabschlusses. Geschehen im Kloster Lorsch am 2. April (767). Handzeichen des Stifters Warnher. Schreiber war Wiglar.
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