Urkunde 686 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 686 (1. Mai 791 — Reg. 2315) Noch eine andere Schenkung des Machelm unter Kaiser (richtig: König) Karl und Abt Richbodo In Christi Namen, am l. Mai im 23. Regierungsjahre (791) unseres Herrn, des ruhmreichen Königs Karl. Ich, Machelm, mache auf göttliche Eingebung hin, zu meinem Seelenheile und um der Wiedervergeltung in der Ewigkeit willen durch diese Schenkungsurkunde eine Zuwendung an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius. Sein Leib ruht in dem am Flusse Wischoz (Weschnitz) gelegenen Oberrheingauer Kloster Lorsch, dem der ehrwürdige Herr Rihbodo als Abt vorsteht. Mit dem Wunsche, daß meiner Vergabung ewige Dauer beschieden sei, schenke ich in Edingun (Edingen nw. Heidelberg) eine Hofreite mit allen darauf erstellten Bauwerken, ferner dazugehörige Hofstätten, Felder) Wiesen, Weiden, Wälder, Wege, Weingüter, Fischteiche und Bäche. In ähnlicher Weise gebe ich in Leimheim (s. Heidelberg) alles, was ich bisher dort besessen habe, nämlich Hofreiten, Felder, Wiesen, Weiden, Wege, Wälder, Weinberge, Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten und (acht) Leibeigene namens Grimolf, Warmunt, Geila mit zwei Kindern und Suongart mii: zwei Kindern, alles Bauland und Ödland und alles das, was mein Alod (ererbtes Eigengut) ist oder von mir kultiviert, gekauft und eingetauscht wurde oder durch anderweitigen Erwerb auf 253 gesetzlichem Wege an mich gekommen ist. Ich schenke auch das Vieh beiderlei Geschlechtes, sei es Großvieh oder Kleinvieh, bewegliche und unbewegliche Habe und alle Gerätschaften. Alles übergebe und übertrage ich zur Gänze und in unverändertem Zustande aus meinem Besitz- in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius. Im Namen Gottes möge er alles auf ewig besitzen. Wenn aber künftig jemand, was ich allerdings durchaus nicht glaube — und alles übrige wie oben — bis: Vertragsabschluß. Geschehen im Kloster Lorsch. Handzeichen des Machelm, welcher veranlaßt hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt und gefertigt werde. Handzeichen der (Zeugen) Herdrich, Engilwan und Giselhelm, Adelhelm.


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