Urkunde 488 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 488 (24. September 769 — Reg. 425) Schenkung der Siglind im gleichen Dorf unter Kaiser (richtig: König) Karl und Abt Gundeland Solange man noch in dieser Zeitlichkeit weilt, soll man immer des künftigen Gerichtes gedenken, damit man sich mit Hilfe des vergänglichen Vermögens das ewige Leben erwerbe. Aus diesem Grunde bringe ich, die Frau Siglind, in Christi Namen, am 24. September im l. Regierungsjahr unseres Herrn Karl, des ruhmreichen Königs, zu meinem Seelenheil eine Opfergabe dar. Sie sei geweiht dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster 'La.ur(esham = Lorsch) ruht, dem der ehrwürdige Herr Gundeland als Abt vorsteht. Ich schenke und wünsche, daß auf ewig geschenkt sei alles das, was ich in der Gemarkung Walahastat (Mannheim-Wallstadt) besitze, nämlich Felder, Wiesen, Weiden, stehende und fließende Gewässer und einen Knecht namens Balther. Ich übergebe und übertrage dies alles in unversehrter Gesamtheit vom gegenwärtigen Tage an im Namen Gottes als ewiges Besitztum. Wenn aber künftig jemand, was ich allerdings nicht glaube, wenn ich selbst oder jemand von meinen Verwandten oder Erben oder irgendein verworfener Mensch gegen diesen Schenkungsvertag, den ich aus freiem Willen ausstellen ließ, anzukämpfen oder ihn zu brechen versuchen wollte, so soll das, was er vorbringt, nicht in Betracht gezogen werden. Außerdem aber entrichte er als erzwungene Buße, wobei wir uns gleichzeitig auf die königliche Gerichtsbarkeit stützen können, zugunsten des St.-Nazarius-Klosters ein Pfund Gold und zwei Rohpfund Silber. Und niemals soll er die Absicht verwirklichen können, die meine jetzige fromme Spende brechen wollte. Diese von mir gemachte Schenkung soll jederzeit, gestützt durch Vertrag) beständig und unverbrüchlich bestehen bleiben. Handzeichen der Siglind, welche gebeten hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt werde. Handzeichen von Arnold, Theutman, Gerold, Daugolf Ermenold, und Leidrad, Gisilolf. Ich, Hariland, war der Schreiber.


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