URKUNDE 423 (31. März 788 — Reg. 1998) Schenkung des Megingoz in Schriesheim unter Kaiser (richtig: Konig) Karl l. und Abt Richbod In Christi Namen, am 31. März, im 20. Regierungsjahr unseres Herrn, des ruhmreichsten Kaisers Karl, will ich, Meginoz, zu meinem und des Rudolf Seelenheil, damit wir für würdig befunden werden, Verzeihung unserer Sünden vor dem Herrn zu erlangen, eine Stiftung machen. Sie gelte dem heiligen Mätyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster La.w(esham == Lorsch) ruht, beziehungsweise jener frommen Mönchsschar, welche ebendort unter dem ehrwürdigen Abt Richbod ihren Dienst verrichtet. Die Vergabung soll nach meinem Willen ewigen Bestand haben, und ich versichere, daß sie vollkommen freiwillig erfolgt. Ich schenke in lobodoninse (im Ladengau), in Dorf und Gemarkung Scrizesheim (Schriesheim n. Heidelberg) das, was mir vorgenannter Rudolf als rechtmäßiger Resitzer übergeben hat, damit ich es für sein und seines Bruders Seelenheil an den erwähnten Märtyrer übertragen soll, nämlich Äcker, Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten, Scheunen, Wege, Wälder, stehende und fließende Gewässer. Alles das und alles, was rechtmäßigerweise dazugehört, übergebe und übertrage ich vom gegenwärtigen Tage an aus meinem Besitz- in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius und der Leiter jenes Klosters, damit sie es in Gottes Namen auf ewig besitzen mögen. Wenn aber jemand gegen diese Schenkung vorzugehen versuchen sollte oder dieselbe brechen oder verfälschen wollte, so hüte er sich, daß er nicht etwa den Zorn des allmächtigen Gottes und des Hl. Nazarius auf sich herabziehe. Er werde vom Gaugrafen verurteilt, die Bußzahlung zu entrichten, welche gesetzlich vorgesehen ist, und das, was er an Klagepunkten vorbringt, sei gar nicht erst Gegenstand einer Untersuchung. Diese gegenwärtige Schenkung aber bleibe jederzeit beständig und unverbrüchlich. Der Vertrag gilt damit als rechts136 wirksam. Geschehen im Kloster Lorsch. Tag und Zeit wie oben. Handzeichen des Megin-goz, welcher diese Schenkungsurkunde ausstellen und fertigen ließ. Handzeichen der (Zeugen) Giselhelm, Eberkar, Hartdrich, lsanbert, Gundrich, Salaman Gozo, und Aldo, Theotbert. Ich, Rudolf, habe die Urkunde geschrieben.
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