Urkunde 3532 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 3532 (1. März 881 — Reg. 3517) (Schenkung) des Wolfbert in Mühlhausen unter Abt Babo und König Karl In Gottes Namen überlasse ich, Wolfbert, dem heiligen Märtyrer 'N(clzar'tt^s) Güter. Der Leib des Heiligen ruht im Lorscher Kloster, das unter der Aufsicht des ehrwürdigen Abtes Babo (876—881) steht. Ich schenke in pago Naglachgowe (im Nagoldgau), in den Dörfern Mulnhusen (Mühlhausen) und Stube die Quantität der Qualität vorgezogen haben, besonders im HinbliA auf die ungeheuere noch zu bewältigende Arbeit. Die hauptsächlidiste Fehlerquelle aber wird wohl im Alter der abzuschreibenden Originalurkunden zu sudien sein, die, bis zu einem halben Jahrtausend alt, verblichen, beschädigt und daher schwer leserlich gewesen sein dürften. Auch die veraltete karolingisdie Schrift war für Menschen der romanisdien Kultur nur noch mit großem Fleiß und nach sorgfältiger Übung lesbar. Besonders schwierig war wohl die Unterscheidung der verwischten, verblaßten und vielleicht auch noch undeutlich geschriebenen römischen Ziffern. Wie schwer mag es oft gewesen sein, L und l, X und V, V und II, IV und III . . . zu untersdieiden! Durch besondere Flüchtigkeit und Eile haben sich manche Rubrikatoren ausgezeichnet, die nachträglich mit roter Tinte den Titelkopf, das Rubrum, über die einzelnen, mit schwarzer Tinte abgeschriebenen Urkunden an die von den Scriptoren zu diesem Behufe freigelassene Stelle setzten. Und dodi möditen wir uns nicht ganz der wiederholt geäußerten strengen Ansidit von K. Glöckner, dem hodiverdienten Wiederbringer des Lorscher Urkundenbuches, anschließen, der die Rubra für wertlos hält. In zahlreichen Fällen hat der Oberschriftenmaler Personen- und Ortsnamen, die in der Urkunde in althochdeutsd^er Form niedergeschrieben sind, offenbar bewußt und gewollt in mittelhochdeutscher Ausdrudksweise wiedergegeben und uns daher wertvolle sprachliche Hinweise vermittelt. 209 Reistodingen (Reistingen; Wüstungen bei Herrenberg w. Stuttgart) zwei Höfe, eine Hofreite, sechs Leibeigene, eine Lesepult und eine Glocke. Im 5. Jahr (881) 'des Königs Karl (7//„ des Dicken; 876— 887), am l. März. Geschehen im Dorf Nagalta (Nagold).


Kommentare und Probleme an: hstoyan@informatik.uni-erlangen.de