Urkunde 3271 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 3271 (10. Januar 775 — Reg. 1142) Dudos Schenkung in der Bertoldsbaar unter Abt Gundeland und König Karl In Gottes Namen nehme ich, Dudo, eine Schenkung an den heiligen Märtyrer N(aza-rius) vor, dessen Leib in dem unter der Leitung des verehrungswürdigen Abtes Gundeland stehenden Lorscher Kloster ruht. Ich wünsche meiner Vergabung ewigen Bestand und erkläre, daß sie auf meinem vollkommen freien Willen beruht. Ich schenke alles, was ich in pago Alemannorum (im Gau der Alemannen), in Tornigesteter marca (in der Gemarkung Dornstetten ö. Freudenstadt im Schwarzwald), gelegen in Bertoldesbaren (in der Bertoldsbaar; siehe vorige Urkunde) besitze. Es folgt förmlicher Vertragsabschluß. Geschehen im Lorscher Kloster am 10. Januar im 7. Jahr (775) des Königs Karl. * Die Bertoldesbare, das Stammland des alten alemannischen Fürstengeschlechtes der Bertholdinger (siehe Band l, Stammtafel Seite 40), von dem das badische Herzogshaus der Zähringer abstammt, hatte ihren dynastisdien Wadistumskern in der Baraburg unweit Villingen, Als Bertholts-baar oder Berefatoltspara erstarkte sie besonders durch die Gunst Karls des Großen, der mit der Bertholdingin Hildegart, der „schönsten Frau in Schwaben" vermählt war, zur „Baar", die später als reichsunmittelbare Landgrafschaft die ganze Hochebene zwischen der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald mit den Städten Donaueschingen, Fürstenberg, Geisingen, Hüfingen, Löffingen, Neustadt u, a. umfaßte, Lorscher Grundbesitz lag in Dornstetten, Mühlheim, Schopflodi und Wiesen-stetten (Urk. Nrn. 3270—73), also im nördlichen Gebiet der Baar, in der Gegend zwischen Freudenstadt, Rottenburg und Rottweil. Im östlichen Gebietsteil der großen, alten Bertoldsbaar, unweit Riedlingen a. d. Donau, erhob sich auf dem „Schwabenberg" die Bussenburg, In der die Königin Hildegart geboren sein soll. Der heute sehr verengte Begriff „Baar" bezieht sich im wesentlichen auf die Landschaft zwischen Donauesdiingen, Tuttlingen, Rottweil und Villingen. 137


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