Urkunde 300 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 300 (29. April 768 — Reg. 278) Schenkung des Günther. Jahr wie oben. Unter Abt Gundeland Ich, Günther, bringe im Namen Gottes und zu meinem Seelenheile dem heiligen Märtyrer Christi Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster 'La.ur(esham = Lorsch) ruht, dem der ehrwürdige Herr Gundeland als Abt vorsteht, eine Opfergabe dar. Es ist mein Wille, daß diese Vergabung ewig bestehen bleibe. Ich übergebe und übertrage unter dem heutigen Tage in pago ].ob(odonensi = im Ladengau) und zwar in Hantscuhesheim (Heidelberg-Handschuhsheim) meinen Anteil an einem Weingarten aus meinem Besitzrecht in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius in der Absicht, daß er von diesem Tage an künftig jener heiligen Stätte jederzeit zu Nutz und Frommen diene. Damit ist der Vertrag abgeschlossen. Geschehen im Kloster Aohhusun (Auhausen, Benediktiner-Kloster unweit öttingen im Ries a. d. Wörnitz nördl. Augsburg) am 29. April (768), im 16. Regierungsjahre unseres Herrn, des Königs Pippin. Handzeichen des Schenkgebers Günther. Handzeichen von Gunzzo, Hucbert, Stuccho und Udalrich) Fridebert, Helmgoz. Ich, Samuel, war der beauftragte Schreiber. 80


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