URKUNDE 207 (28. Mai 791 — Reg. 2321) Schenkung des Bureman und seiner Gemahlin Waltdrad in Erfelden im 23. Regierungsjahre Karls des Großen, unseres Herrn, des ruhmreichsten Kaisers (richtig: Königs), unter Abt Richbod Wir, Bureman und meine Gattin Waltdrat, machen als gemeinsame Schenkgeber im Namen Gottes durch diese Vergabungsurkunde eine Zuwendung an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem am Flusse Wisscoz (Weschnitz) in pago rinensi (im Oberrheingau) gelegenen Kloster Lauresham (Lorsch) ruht. Die Stiftung gelte ebenso auch jener heiligmäßigen Mönchsgemeinschaft, welche ebendort unter der Leitung ihres Abtes, des ehrwürdigen Herrn Richbod, Gott dient. Es ist unser Wille, daß unsere Schenkung von ewiger Dauer sei, und wir bestätigen, daß sie vollkommen freiwillig erfolgt. Zur Obergabe gelangt unser Güterbesitz in pago rinensi (im Oberrheingau), und zwar in Erifelder marca (in der Gemarkung Erfelden am Altrhein w. Darmstadt), nämlich eine Hofreite, auf der einen Seite von der Liegenschaft des Biricho, auf der anderen von jener des Richio begrenzt, und zwölf Joch Ackerland, ferner eine Wiese mit einem Jahresertrag 31 von zehn Fuder Heu, und überhaupt alles das, was wir in jener Gemarkung besitzen, als Hofreiten, Felder, Wiesen, Weiden, Wege, Wälder, Wasservorkommen und Wasserläufe. Vom gegenwärtigen Tage an übergeben und übertragen wir dies alles aus unserem gesetzlichen Besitz in das rechtliche Eigentum und unter die Herrschaft des Hl. Nazarius, damit er es im Namen Gottes auf ewig besitze. Vom heutigen Tage an und für die spätere Zeit soll es jener heiligen Stätte zum Nutzen gereichen und ihr Einkommen mehren. In diesem Sinne erfolgte feierliches Handgelöbnis. Geschehen im Kloster l^a.ur(esham = Lorsch) am 28. Mai (791). Handzeichen des Bureman und seiner Ehefrau Waltdrad, welche diese Schenkung machten. Handzeichen von Giselbert, Altbert, Arnuwin, Richold und Ruotmund, Guother. Ich, Reginbert, habe dies auf Antrag geschrieben.
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