URKUNDE 198 (30. Juni 779 — Reg. 1538) Schenkung der Gottgeweihten Uoda, durchgeführt in Dornheim, im II. Jahre Karls des Großen, unseres Gebieters, des Kaisers (richtig: Königs), unter Abt Helmerich In Christi Namen mache ich, Uoda, die Gottgeweihte, zum Heile meiner Seele, um der ewigen Wiedervergeltung willen und damit ich es verdiene, Verzeihung meiner Sünden zu erlangen, durch diese Schenkungsurkunde dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz gelegenen Kloster Lauresham (Lorsch) ruht, eine Stiftung. Zur Obergabe gelangt mein Besitz in pago Rinahgowe (im Oberrheingau), in den Orten Thornheim (Dornheim w. Darmstadt), Elimaresbach (Elmersbach, Wiistung am Altrhein w. Erfelden v). Darmstadt) und Erifeldon (Erfelden a. Altrhein w. Darmstadt), und zwar alles, was mir in jenen Orten als mein gesetzliches Erbe von meinem Vater Theutacar und von meiner Mutter Frei-heida zugefallen ist, und nicht weniger das, was mir meine Schwester Folcheith mit der Auflage übergeben hat, daß ich es durch Weitergabe zu ihrem Seelenheile verwenden solle. So übergebe und übertrage ich denn zum Seelenheile von uns allen dies alles in seiner Gesamtheit, nämlich Hofreiten, Felder, Äcker, Wiesen, Weiden, Wege, Wälder, Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten und überhaupt alles, was ich rechtlich besitze. In ähnlicher Weise übereigne ich in Lobodingowe (im Ladengau), in Scrizzesheim (Schriesheim a. d. Bergstr. n. Heidelberg) und in Sahsenheim (Sachsenheimer Gemarkung = Groß-, Hohen- und Lützelsachsen a. d. Bergstr. s. Weinheim) an Weingütern alles, was ich in diesen Ortschaften besitze und mir gesetzlich zusteht, alles, mit Wohnhäusern, Scheunen und Stallungen. Ferner schenke ich in wormacinse (im Wormser Gebiet), in Dalaheim (Dalheim sw. Oppenheim/R.), Dinenheim (Dienheim/R, s. Oppenheim) und Oppenheim (am Rhein) alle meine Hofreiten, Äcker, Felder, Wiesen, Weiden, Wege, Wälder, Weinberge, Wohnhäuser und Wirtschaftsbauten mit allem Zubehör, mit Wasserrechten an Teichen und Bächen, alles und in allen seinen Teilen; nicht weniger auch 30 Leibeigene mit folgenden Namen: Waltdolf, Sindicho, Wolkendrut, Wolfmunt, Madelint, Waacheri mit Bertlint, Altlint, seiner Frau Ertman, Heidolf, Ingina und Atto, Neriolf, seinem Sohne Rathfrit, Godelint und Lagbolf, Godelint, ihr Bruder Mutheri, Lüzela mit ihren Lübbrath, Wolfswint zwei Kindern, Wela, und Anstraad, Egilolf, Guothere — insgesamt 30 (richtig: 17). Dies alles, was oben zusammengefaßt wurde, in welchen Orten auch immer und wo sonst auch immer mein Grundbesitz liegen und mir gesetzlich zustehen mag, übergebe und übertrage ich. Ausgenommen ist allein die Hube, welche, wie bekannt, Madalheit innehat und alles, was zu dieser Hube gehört. Alles andere in seiner unversehrten Gesamtheit, wie oben ausgeführt, übergebe und übertrage ich aus meinem gesetzlichen Besitz in das Recht und unter die Herrschaft des Hl. Nazarius — und alles übrige wie oben — bis:. .. so soll er seine Strafe erleiden. Als solche bezahle er, unter Gewaltanwendung durch die königliche Kammer, an die Sachwalter jener heiligen Stätte den doppelten (heutigen) Wertbetrag, nämlich vier Goldschilling und zwei Pfund Silber — und so weiter das übrige — bis: Geschehen im Kloster Lau-resham (Lorsch) am 30. Juni (779). Handzeichen der Uoda, welche diese Schenkung machte. Handzeichen der (Zeugen) Germo, Erbwurd (Erbwart?), Orendil, Graf Hatto, Adalbert, Ruotwin Hugbert, und anderer. 27
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