Urkunde 182 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 182 (1. Oktober 776 — Reg. 1305) Schenkung der Herrin Eufemia, der Gottgeweihten, in Bobstadt bei Bürstadt im 8. Regierungsjahre unseres Großherrn, des ruhmreichen Kaisers (richtig: Königs) Karl, unter Abt Gundeland Ich, Eufemia, mit dem Beinamen der „Gottgeweihten", dessen ich zwar nicht würdig bin, mache zum Heile meiner Seele beziehungsweise um der ewigen Vergeltung willen, durch diese Schenkungsurkunde eine Stiftung. Sie gilt dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster Lauresham (Lorsch) ruht, und in gleicher Weise auch jener heiligen Vereinigung von Mönchen, welche ebendort unter der Leitung des verehrungswürdigen Abtes Gundeland ihren Dienst verrichten. Es ist mein Wille, daß meine Vergabung von ewiger Dauer sei. Ich bekräftige, daß sie aus vollkommen freiem Willen erfolgt. Schenkgegenstand ist alles, was mir meine Eltern (Gaugraf Kankor und Angila) nach ihrem Hinscheiden im Oberrheingau, in Gemarkung und Dorf Babestat (Bobstadt w. Lorsch) hinterlassen haben und ich daher in diesem Dorfe offenkundig zu Recht besitze. Zur Schenkung gelangen Hofreiten, Felder, Wiesen, Weiden, Wege, Wälder, Teiche und Bäche, bestellter und unbestellter Boden und die leibeigenen (Frauen) Teuthilt und Tzeila mit ihren Kindern, Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Bauten. Alles und in allen seinen Einzelheiten, in unverminderter Gesamtheit, (auch) alles das, was ich in dem schon genannten Dorf von meinem Bruder (Heimerich) und meiner Schwester (Rachildis) erhalten habe, übergebe und übertrage ich am gegenwärtigen Tage aus meinem Eigentumsrecht in das Herrenrecht des Hl. Nazarius. Im Namen Gottes soll er es auf ewig besitzen — und so weiter das übrige alles — bis: so entrichte er, auch von der königlichen Kammer dazu gezwungen, als Buße zwei Unzen Gold und vier Pfund Silber. Was er aber einwendet — und so weiter — bis: Geschehen im Kloster Lorsch am l. Oktober (776). Handzeichen der Eufemia, welche diese Schenkung gemacht hat. Handzeichen des Heimrich, ihres Bruders. Hornung hat (diese Urkunde) geschrieben.


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