Urkunde 1077 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 1077 (18. März 846) — Reg. 3326) Schenkung der Meginbirg unter König Luodewig und Abt Samuel Ich, Meginbirg, spende im Namen Gottes ein Almosen. Ich reiche es dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, der in dem in pago renense (im Oberrheingau) gelegenen Kloster Lauressam (Lorsch) ruht, in dem der Konvent der Mönche Gott dient und der ehrwürdige Bischof und Abt Samuel Vorsteher ist. Ich bestimme, daß mein Geschenk für ewig hingegeben sei. Ich schenke meinen Güterbesitz in pago wormatiense (im Wormsgau), und zwar im Dorf Carlobach (Karlbach, G.-, K.-, so. und s. Grünstadt/W.), nämlich alles, was ich dort in Dorf oder Gemarkung nach Erbrecht besitze: eine herrschaftliche Hofreite, ausgestattet mit den entsprechenden Bauwerken und einem in derselben befindlichen Weinberg, Zu dieser Herrenhofreite gehören 76 Joch Ackerland und zwei Hörigenhofstätten; zu der einen gehören 24 Joch Land und ein Weinberg, zu der anderen 20 Joch und überdies vier zum Nutzen der Herrschaft bestimmte Weinberge. Ich schenke des weitem in der Gemarkung Agrisheim (Eiersheimer Hof ö. Erpolzheim nö. Bad Dürkheim) Wiesen mit einem Ertrage von vier (?) Fuder Heu, in Spirihgowe (im Speyergau), in Affalterloh (Affalterloch, abgegangene Ortschaft s. Waldsee n. Speyer) zwei Hüben mit allem, was nach Recht und Fug zu diesen Hüben gehört, seien es bewegliche oder unbewegliche Güter. Ich schenke, übergebe und übertrage alles in unberührter Gesamtheit, gestützt auf diese vertragliche Übereinkunft, vom gegenwärtigen Tag an in das Besitz-und Herrenrecht des Hl. Nazarius als immerwährendes Eigentum. Geschehen im Kloster Lorsch im Jahre 846 nach des Herrn Fleischwerdung, im 6. Jahre der Regierung des Königs Ludowig, am 18. März. Handzeichen der Meginbirg, welche nachgesucht hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt werde. Ich, Theotroch, habe sie geschrieben.


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